Ein Programm der
Walter Blüchert Stiftung

gemeinsam mit der
Prof. Otto Beisheim Stiftung

Aktuelles

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Kommunikation | Silke Hanheide

28 März 2014

was geht! ist am Start

Gütersloh, 28.3.2014. - Vor gut einem Jahr hat die Walter Blüchert Stiftung ihre operative Arbeit aufgenommen,  um Einzelnen mehr Teilhabe und Erfolg zu ermöglichen - und dadurch auch nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Unter dem Motto "Barrieren überwinden - Hilfe die ankommt"  hat die Stiftung inzwischen sechs  Programme aufgesetzt, die Jugendlichen und Erwachsenen helfen sollen, ihr Leben auch ohne effektive Unterstützungssysteme in Familie und Umfeld  besser zu meistern. "Wir haben in dieser kurzen Zeit schon einiges erreicht", sagt der Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Gunter Thielen, "aber das ist erst der Anfang." 

 

was geht! will Realschüler für Ausbildung oder Gymnasium fit machen

Grundsatz der Walter Blüchert Stiftung ist es, wissenschaftlich erprobte und bewährte Programme gemeinsam mit erfahrenen Partnern weiter zu entwickeln und zu verbreiten.

was geht! wurde von der Walter Blüchert Stiftung speziell für Realschülerinnen und Realschüler auf mittlerem Notenniveau konzipiert. Das Programm wird in Gütersloh pilotiert und 2014 erstmals in Zusammenarbeit mit der der Bezirksregierung Detmold und der Stadt Gütersloh umgesetzt.

Dabei sollen ehrenamtliche Mentoren zunächst rund 90 Jugendliche über drei Jahre hinweg von der 9. Klasse bis in die erste Gymnasial- oder Ausbildungszeit begleiten.

"Aktuell bricht fast ein Viertel der Jugendlichen ihre Ausbildung ab",  sagt Thielen. "Ich bin überzeugt davon, dass wir Jugendlichen wie diesen durch was geht! nachhaltig helfen können, dabei zu bleiben und in ein erfolgreiches Berufsleben zu starten." 

 

Nachhaltige Wirkung

Erst im Februar hatte die Walter Blüchert Stiftung als erstes eigenes Programm wir2 gelauncht, ein Bindungstraining für Alleinerziehende  (wir2-bindungstraining.de). Es wurde unter der Leitung des Präventionsexperten Professor Dr. Matthias Franz  an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf entwickelt und soll nun über seine aktuell 50 Standorte hinaus bundesweit ausgerollt werden. 

"Wir können uns in verschiedensten Projekten und Programmen engagieren,  weil wir nach unternehmerischen Grundsätzen handeln", betont Thielen. "Unsere Projekte und Programme wirken nachhaltig und effizient. Gleichzeitig halten wir die Kosten trotz hoher Wirksamkeit und Präsenz gering." 

 

Walter Blüchert Stiftung als Marke etabliert

Dabei setzt die Walter Blüchert Stiftung auch beim Thema Präsenz neue Maßstäbe. Die einzelnen Programme treten als Submarken unter der Dachmarke Walter Blüchert Stiftung auf - mit einem wiedererkennbaren Markenzeichen: Das markante X mit zwei Pfeilen symbolisiert das Stiftungsziel "Barrieren überwinden  - Hilfe, die ankommt". 

Wie bei den Webseiten der Walter Blüchert Stiftung und des Programms wir2 findet es sich auch bei dem neuen Programm was geht! auf der Homepage wieder (www.schule-was-geht.de). "Wir wollen  damit als wiedererkennbare Programmfamilie in der Öffentlichkeit und bei Kooperationspartnern und Förderern auftreten", sagt Thielen.

 

Erfolgreich Barrieren überwinden

Im letzten Jahr hat die Walter Blüchert Stiftung ihre aktive Arbeit mit vier Förderprojekten begonnen, die sich für Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichsten Bereichen einsetzen.  

"Balu und Du" ist ein Mentorenprogramm für Grundschüler. Die "SchlaU-Schule" verhilft unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu einem Hauptschulabschluss. "Zeig, was Du kannst" unterstützt Hauptschüler beim Übergang zu Ausbildung oder weiterführende Schule. Im Justus Delbrück Haus von KARUNA e.V. können Straßenkinder in Workshops mehr Selbstwirksamkeit erfahren und ihr Selbstbewusstsein stärken.  

Insgesamt konnte die Walter Blüchert Stiftung so schon allein in ihrem ersten Jahr über 1000 Kindern und Jugendlichen direkt helfen.

"Unser Land und unsere Wirtschaft brauchen das Potenzial, dass sich in all diesen Kindern und Jugendlichen verbirgt", sagt Thielen. "Die Walter Blüchert Stiftung wird deshalb auch im nächsten Jahr nach entwicklungswürdigen Konzepten Ausschau halten, die dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche dieses Potenzial für sich und für unsere Gesellschaft realisieren - und dadurch ein erfüllteres und zufriedeneres Leben führen können."

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28 März 2014

Zwischenruf von Prof. Thielen

Bis zu einem Viertel aller Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst - die Zahl ist zu hoch. Zudem bleibt knapp ein Fünftel eines Jahrgangs ganz ohne Berufsabschluss. Für viele Jugendliche beginnt der Start in das Erwachsenenleben daher mit einem nachhaltig demotivierenden Erlebnis. Und damit geht auch dem Standort Deutschland wertvolles Potenzial verloren.

Das neue Programm der Walter Blüchert Stiftung will hier gegensteuern: „was geht!“ soll Realschülerinnen und -schüler fit machen für eine Ausbildung oder den Besuch eines Gymnasiums – und das mit einem erfolgreichen Abschluss.

 

„Rein in die Zukunft“

Gleichzeitig wollen wir helfen, motivierte und qualifizierte Fachkräfte auszubilden. „was geht!“ begleitet Schülerinnen und Schüler des Realschulzweigs über drei Jahre hinweg. Und zwar sehr praxisorientiert. Unterstützt von Mentorinnen und Mentoren erfahren die Jugendlichen in Workshops, welche Berufe und Bildungswege es gibt. Sie bekommen einen Einblick, wie ihre Zukunft mit einem guten Abschluss aussehen könnte. Und sie erfahren, dass es auch für sie Möglichkeiten gibt, die sie niemals erahnt hätten.

 

Kontinuierliche Förderung schon in der Schule

Denn unklare Berufsvorstellungen sind Barrieren für eine erfolgreiche Erwerbsbiografie und tragen zu hohen Abbruchquoten bei: 53 Prozent der Unternehmer sind unzufrieden mit den Berufsvorstellungen Jugendlicher. Bereits heute bleiben etwa 70 000 Ausbildungsplätze pro Jahr unbesetzt. In wenigen Jahren werden uns fünf Millionen Arbeitskräfte fehlen.

Gleichzeitig zwingt eine niedrige Ausbildungsfähigkeit Unternehmen, ihre Anforderungsprofile zu senken. Deshalb muss die Förderung von Jugendlichen bereits in der Schule beginnen – auch bei Jugendlichen, die ohne funktionierende Unterstützungssysteme in Familie oder Umfeld auskommen müssen. Und genau das will die Walter Blüchert Stiftung mit „was geht!“ leisten.

 

Doppelte Bildungsrendite

Dabei lohnt sich Bildung nicht nur für den Einzelnen, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Menschen mit Hochschulabschluss, Meistertitel oder ähnlichen Fachabschlüssen sind zu mehr als 85 Prozent berufstätig. Dagegen schafft es nur die Hälfte der Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau, langfristig in Lohn und Brot zu bleiben. Ihnen bleibt ein selbstbestimmtes Leben - unabhängig von Unterstützungssystemen - verwehrt.

Gleichzeitig muss die Gesellschaft langfristig Sozialleistungen finanzieren.

Viel sinnvoller ist es, stattdessen direkt in Bildung und Ausbildung zu investieren. Ein Mensch mit Hochschulabschluss bringt dem Staat etwa 155.000 Euro mehr ein, als seine Ausbildung und kürzere Erwerbszeit kosten.

Die Walter Blüchert Stiftung will daher auch mit ihrem neuen Programm „was geht!“ einen Beleg dafür liefern, dass Prävention langfristig kostengünstiger und für ein Leben lang sinnstiftender ist, als verlorenes Potenzial und nicht realisierte Berufswünsche. Wir verstehen „was geht!“ daher als Katalysator für Zukunft – und hoffen, dass viele junge Leute Lust haben, dabei mit zu machen.

Ihr Gunter Thielen

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