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09 Juli 2015

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26 Juni 2015

Bürgerdialog der Bundesregierung „Gut leben in Deutschland“:

Olga Bünemann und Beydanur Akkas vom Stiftungsprojekt was geht! in Bielefeld dabei

 

Gütersloh/Bielefeld, 25.Juni 2015. – Die Bundesregierung möchte mit den Menschen in Deutschland einen Dialog über ihr Verständnis von Lebensqualität führen. "Gut leben in Deutschland" ist das Thema des Bürgerdialogs 2015. Zur Veranstaltung in Bielefeld hatte die Bertelsmann Stiftung zusammen mit der Initiative für Beschäftigung u.a. auch Olga Bünemann, Leiterin des Gütersloher Realschul-Projektes was geht! der Walter Blüchert Stiftung, eingeladen sowie Beydanur Akkas, Schülerin der 9. Klasse der Geschwister-Scholl-Schule. 

 

Alle kamen zu Wort

Beide konnten feststellen: Jedem der 20 Teilnehmer wurde zugehört und die Meinung jedes Einzelnen respektiert. Alle kamen zu Wort. Auch die 15-jährige Beydanur machte als Jüngste sehr aktiv mit und brachte sich mit eigenen Beiträgen ein. Ihr Fazit: „Es ist echt cool, dass wir im SoWi-Unterricht oft von Menschenrechten und Gleichbehandlung sprechen. In diesem Bürgerdialog konnte ich das selbst erleben. Unsere Lehrerin ermutigt uns auch immer, unsere eigenen Meinung zu sagen; heute konnte ich das wirklich umsetzen.“

Olga Bünemann hätte sich etwas mehr Raum für kontroverse Diskussionen gewünscht: „Im Fokus dieses Bürgerdialogs stand das, was bereits gut läuft. Erst als zum Abschluss die vier Topthemen der Gesamtgruppe konkretisiert werden sollten, wurden auch Forderungen bzw. Wünsche an die Politik, an gesellschaftliche Institutionen und jeden Einzelnen formuliert.“

Die Ergebnisse aller Bürgerdialoge 2015 dienen als Grundlage für ein Indikatoren-System, das zur Messung der Lebensqualität in Deutschland genutzt werden soll. Auf dieser Basis wird die Bundesregierung dann – in ca. anderthalb Jahren – einen Aktionsplan mit konkreten Verbesserungsmaßnahmen vorlegen. 

 

Zum Bielefelder „Bürgerdialog“ drei Fragen an Olga Bünemann und Beydanur Akkas: 

Welche Themen waren für euch am spannendsten?

Olga Bünemann: Obwohl die etwa 20 Teilnehmer unterschiedliche Herkunftsländer, Werdegänge, Alter und Lebensbiografien haben, waren für alle die gleichen Themen wichtig im Leben: Familie, Zugang zu Bildung, gute Arbeit, Chancengleichheit, gesellschaftliche Teilhabe und Sicherheit.

Beydanur Akkas: Für mich waren die Themen Bildung und Chancengleichheit besonders spannend. Die Diskussionen in Kleingruppen fand ich am besten, weil man mit anderen Menschen mit Migrationshintergrund reden konnte. Da hatte ich den Eindruck, dass wir ähnliche Erfahrungen machen und wir deshalb verstehen, was der jeweils andere meinte.   

 

Welche Erfahrungen habt ihr von der Veranstaltung mitgenommen?

Beydanur Akkas: Eine wichtige Erfahrung für mich war, hier zu erleben, dass alle Menschen gleich sind, und festzustellen, dass man seine Meinung öffentlich sagen kann und die Menschen einem zuhören. Und dass man als Ausländer nicht alleine ist und nur ständig gegen Beleidigungen ankämpfen muss.

Olga Bünemann: Die wichtigste Erfahrung für mich ist die Erkenntnis, dass wir bereits sehr zufrieden sein können mit dem hohen Standard an Lebensqualität in Deutschland. Dennoch gibt es Gruppen und Bereiche, wo wir als Gesellschaft Verbesserungen schaffen müssen. Es ist wichtig, Austauschplattformen für die vielfältigen gesellschaftlichen Gruppen zu schaffen und zu sehen, wo wir – trotz aller Unterschiedlichkeit bei Alter, Geschlecht, Kultur, Herkunft, Religion etc. – gleiche Ziele und Wünsche für ein friedliches und gerechtes Miteinander haben.

 

Denkt ihr nach dieser Zukunfts-Diskussion, dass sich die Walter Blüchert Stiftung mit den wichtigen, richtigen Fragen beschäftigt?

Beydanur Akkas: Ich denke schon, da sich die Stiftung beispielsweise mit dem Realschulprogramm was geht! für unsere Bildung einsetzt und uns bei vielen Fragen hilft. Außerdem wählt die Walter Blüchert Stiftung die Projektteilnehmer nicht nach Herkunft aus und gibt auch ausländischen Schülern eine Chance.

Olga Bünemann: Das Motto der Stiftung „Barrieren überwinden“ ist sehr gut gewählt  - sie will Menschen in Not helfen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Damit sind, denke ich, viele wichtige Aspekte berücksichtigt, die auch die Verbesserung von Lebensqualität betreffen. Ich freue mich, dass ich als Projektleiterin des was geht!-Programms dazu beitragen kann, Bildungschancen von jungen Realschülern zu erhöhen und ihnen die vielen Möglichkeiten, die unser Land bietet, aufzuzeigen. Dennoch sollte die Gesellschaft, sollten Stiftungen, Institutionen und die Politik nicht nachlassen in dem Bemühen, Deutschland auch weiterhin zu einem lebenswerten und sicheren Land zu machen, und zwar für alle Menschen – ganz gleich, ob hier geboren oder nicht.

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