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Kommunikation | Silke Hanheide

28 März 2014

Zwischenruf von Prof. Thielen

Bis zu einem Viertel aller Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst - die Zahl ist zu hoch. Zudem bleibt knapp ein Fünftel eines Jahrgangs ganz ohne Berufsabschluss. Für viele Jugendliche beginnt der Start in das Erwachsenenleben daher mit einem nachhaltig demotivierenden Erlebnis. Und damit geht auch dem Standort Deutschland wertvolles Potenzial verloren.

Das neue Programm der Walter Blüchert Stiftung will hier gegensteuern: „was geht!“ soll Realschülerinnen und -schüler fit machen für eine Ausbildung oder den Besuch eines Gymnasiums – und das mit einem erfolgreichen Abschluss.

 

„Rein in die Zukunft“

Gleichzeitig wollen wir helfen, motivierte und qualifizierte Fachkräfte auszubilden. „was geht!“ begleitet Schülerinnen und Schüler des Realschulzweigs über drei Jahre hinweg. Und zwar sehr praxisorientiert. Unterstützt von Mentorinnen und Mentoren erfahren die Jugendlichen in Workshops, welche Berufe und Bildungswege es gibt. Sie bekommen einen Einblick, wie ihre Zukunft mit einem guten Abschluss aussehen könnte. Und sie erfahren, dass es auch für sie Möglichkeiten gibt, die sie niemals erahnt hätten.

 

Kontinuierliche Förderung schon in der Schule

Denn unklare Berufsvorstellungen sind Barrieren für eine erfolgreiche Erwerbsbiografie und tragen zu hohen Abbruchquoten bei: 53 Prozent der Unternehmer sind unzufrieden mit den Berufsvorstellungen Jugendlicher. Bereits heute bleiben etwa 70 000 Ausbildungsplätze pro Jahr unbesetzt. In wenigen Jahren werden uns fünf Millionen Arbeitskräfte fehlen.

Gleichzeitig zwingt eine niedrige Ausbildungsfähigkeit Unternehmen, ihre Anforderungsprofile zu senken. Deshalb muss die Förderung von Jugendlichen bereits in der Schule beginnen – auch bei Jugendlichen, die ohne funktionierende Unterstützungssysteme in Familie oder Umfeld auskommen müssen. Und genau das will die Walter Blüchert Stiftung mit „was geht!“ leisten.

 

Doppelte Bildungsrendite

Dabei lohnt sich Bildung nicht nur für den Einzelnen, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Menschen mit Hochschulabschluss, Meistertitel oder ähnlichen Fachabschlüssen sind zu mehr als 85 Prozent berufstätig. Dagegen schafft es nur die Hälfte der Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau, langfristig in Lohn und Brot zu bleiben. Ihnen bleibt ein selbstbestimmtes Leben - unabhängig von Unterstützungssystemen - verwehrt.

Gleichzeitig muss die Gesellschaft langfristig Sozialleistungen finanzieren.

Viel sinnvoller ist es, stattdessen direkt in Bildung und Ausbildung zu investieren. Ein Mensch mit Hochschulabschluss bringt dem Staat etwa 155.000 Euro mehr ein, als seine Ausbildung und kürzere Erwerbszeit kosten.

Die Walter Blüchert Stiftung will daher auch mit ihrem neuen Programm „was geht!“ einen Beleg dafür liefern, dass Prävention langfristig kostengünstiger und für ein Leben lang sinnstiftender ist, als verlorenes Potenzial und nicht realisierte Berufswünsche. Wir verstehen „was geht!“ daher als Katalysator für Zukunft – und hoffen, dass viele junge Leute Lust haben, dabei mit zu machen.

Ihr Gunter Thielen

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